Carqueville unterstützt Kinderheim Gera - Ernsee

Übermütig springen Mercedes und Ella über die Wiese, bevor sie vor saftigem Grün stehenbleiben und dieses genüsslich abzupfen. Die Stute und das Shetland-Pony gehören zu den tierischen Freunden der Mädchen und Jungen im Kinder- und Jugendheim Gera-Ernsee. Deshalb war der Kummer groß, als eines von ursprünglich drei Pferden erkrankte und in diesem Jahr starb. So schnell wie möglich soll wieder ein Trio auf der Weide hinterm Haus grasen.

Verantwortung mit Pferden lernen

Finanziell jedenfalls steht dafür das Signal schon auf Grün. Dank des Sanitäts- und Gesundheitshauses Carqueville. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Felix Carqueville, überbrachte am Montag einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro. „Großes Dankeschön für diese Unterstützung, die Sie uns gewähren. Wir freuen uns riesig darüber und möchten es für unser Tierprojekt einsetzen, das dem gesamten Kinder- und Jugendhilfebereich zugute kommt. Die Tiere sind für die Kinder wie Familienmitglieder“, sagte Anke Quadrat, Teamleiterin im Kinder- und Jugendheim Gera-Ernsee der Heimbetriebsgesellschaft mbH.

Pflegen, füttern und reiten dürfen die Mädchen und Jungen die Pferde. Nicht zuletzt lernen sie durch die Beschäftigung mit den Vierbeinern auch Verantwortung zu tragen. „Unsere Kinder sind von den Tieren begeistert. Nur im Winter, wenn es ungemütlich und kalt ist, müssen sie motiviert werden“, sagt Anke Quadrat.

Sie bedauert, derzeit coronabedingt nicht einrichtungsübergreifend arbeiten zu können. Schließlich gehören zum Kinder- und Jugendhilfebereich nicht nur das Ernseer Heim, sondern auch drei Kleinstheime, Tagesgruppen und das Betreute Jugendwohnen. 24 Kinder im Alter von neun Monaten bis 17 Jahre leben aktuell in Ernsee. „Unser Ziel ist es immer, dass die Mädchen und Jungen zurück zu ihren Familien können. Insofern bemühen wir uns auch um intensive Elternarbeit. Diese kommen, außer jetzt bei Corona, normalerweise zu uns, begleiten ihre Kinder im Alltag. Es ist wichtig, sie einzubinden und nicht aus der Verantwortung heraus zu nehmen“, sagt Nadine Lämmchen, Bereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfebereich. Überforderung, Suchtproblematik, Vernachlässigung zählen zu den Hauptgründen einer Heimeinweisung.

Für die Firma Carqueville mit Hauptsitz in Töppeln ist die Spende keine einmalige Sache. Sie kooperiert schon lange mit der Geraer Heimbetriebsgesellschaft, „genaugenommen, seitdem sich mein Vater selbstständig gemacht hat“, sagt Felix Carqueville. Anstelle von Weihnachtsfeiern und Geschenken für Geschäftspartner wolle man mit diesem Budget in diesem Jahr Gutes für die Region tun. „Meine Eltern und ich haben uns beraten. Die Idee, für das Kinderheim zu spenden, fand schnell und einhellig Zustimmung“, so der junge Unternehmer. Er freut sich besonders, das das Geld für das Tierprojekt eingesetzt wird. „Ich bin selbst mit vielen Tieren auf dem Dorf groß geworden und finde dieses Projekt eine tolle Sache.“

Schon jetzt wollen sich Anke Quadrat und Team nach einem passenden Vierbeiner umschauen. Im Frühjahr könnte dann der neue Gefährte einziehen. Der sollte ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen haben und natürlich zum vorhandenen Duo passen“, beschreibt es die Einrichtungsleiterin. Im besten Falle ein ausgebildetes Therapiepferd. Neben den Pferden gehören weitere Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Katze, Ziege, Schaf zum Projekt.